Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.

Jüdisches Sprichwort

TRAUMA

Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verletzung, Wunde.

Ein Trauma ist ein überwältigendes, lebensbedrohliches Ereignis das mit unaushaltbaren Gefühlen wie Todesangst, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Ausgeliefertsein u.a. einhergeht.
Ein Trauma überfordert einen Menschen völlig und übersteigt seine individuellen Bewältigungsmöglichkeiten.
Das Gehirn wird von diesem seelischen Stress überflutet und kann seine Funktion nicht mehr erfüllen, d.h. die unaushaltbaren Gefühle werden aufgesplittert oder verdrängt.

Der Begriff „Trauma“ wird in unserer Gesellschaft nahezu inflationär verwendet.
Im medizinischen Bereich bedeutet Trauma eine schwerste körperliche Verletzung durch äußere Gewalteinwirkung (z.B.: Schädel-Hirn-Trauma nach Verkehrsunfall).

Ein psychisches Trauma lässt sich grob in 2 Gruppen einteilen:

1. Nicht direkt durch einen Menschen verursacht, z.B.

  • Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunami
  • Verkehrsunfälle
  • Brandkatastrophen
  • Krankenhausaufenthalte ohne elterliche Begleitung im frühen Kindesalter
  • Kriegseinwirkungen

 

2. Direkt durch einen Menschen zugefügt, z.B.

  • Überfall
  • Beobachten einer Gewalttat
  • Folter, Geiselnahme
  • kriegerisches Handeln
  • sexuelle Gewalt (Vergewaltigung)
  • schwere Vernachlässigung in der Kindheit und Jugend einhergehend mit emotionaler, körperlicher und/oder sexueller Gewalt
  • emotionale, körperliche, sexuelle Gewalt in Sekten, Kulten, organisierter Kriminalität
  • transgenerationale Traumata

 

Weiter gilt es zu unterscheiden ob ein Trauma plötzlich und unerwartet einmalig eintritt oder immer wieder wiederholt wird.